27.03.2018

Abwasser als Energiequelle – Stuttgart errichtet größte Abwasserwärmenutzungsanlage Europas

Am 8. März 2018 führte der DWA-Landesverband Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Ingenieurbüro Klinger und Partner GmbH und der Landeshauptstadt Stuttgart die Impulstagung „Abwasserwärmenutzung NeckarPark“ in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart durch. Etwa 70 Teilnehmende nahmen die Gelegenheit wahr, um sich über das Leuchtturmprojekt zu informieren und am Ende der Veranstaltung die Baustelle und nach einem Einstieg die Wärmetauscher im Kanal zu besichtigen.

Die große Bedeutung, die die Landesregierung der Abwasserwärmenutzung zuweist, verdeutliche Helmfried Meinel, Ministerialdirektor des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. „Wir müssen unsere Anstrengungen für mehr Energieeffizienz deutlich erhöhen und dabei besonders im Gebäudebereich aktiv werden. Die Abwasserwärmenutzung liefert dabei ein beträchtliches Potenzial. Mit der aus Abwasser gewonnenen Wärme könnten zehn Prozent aller Gebäude im Land beheizt werden“, so Meinel.

Auf dem 22 Hektar großen Areal des früheren Güterbahnhofs Bad Cannstatt soll ein neues Stadtquartier mit 850 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten entstehen. Für diese Neubauten wird Abwasser als Hauptwärmequelle genutzt. Der Wärmeentzug im Bemessungsfall beträgt 2,1 Megawatt. Die Wärmetauschermodule sind an der Sohle des neuen Kanals befestigt. Die Länge der Wärmetauscherstrecke beträgt etwa 300 m, damit wird die Anlage die Größte ihrer Art in Europa werden. Um die Wärmetauscher frei von Ablagerungen zu halten, wird oberstromig der Wärmetauscherstrecke ein Spülschild in den Kanal integriert. Der Einbau der Wärmetauschermodule ist bis Ende April 2018 geplant.

Mit aktuell 17 Anlagen, die bereits im Betrieb sind, rangiert Baden-Württemberg deutschlandweit mit an der Spitze der innovativen Nutzung von Abwasserwärme. Die Abwasserwärmenutzung wird als Nutzung erneuerbarer Energie gemäß Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg anerkannt. Potenzialstudien zur Ermittlung von geeigneten Standorten sowie Machbarkeitsstudien, welche die technische Durchführbarkeit als auch die Wirtschaftlichkeit eines Projekts aufzeigen, werden in Baden-Württemberg durch die Landesregierung zu 50 Prozent bezuschusst.

 

Autor

Marie Launay

Quelle

UTBW

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