04.04.2017

"Fordern Sie die Kreativität Ihrer Konstrukteure" - After Work Event zeigt die Potenziale des 3-D-Drucks

Raus aus der Prototypen-Ecke! Das formlose Formgebungsverfahren im Kunststoffbereich ist längst den Kinderschuhen entwachsen. Diese These belegten die Referenten des After Work Events zum Thema additive Fertigung mit spannenden Einblicken in Theorie und Praxis.

Dr. Jordi Mauri, Innovationsmanager vom IKT Universität Stuttgart, zeigte die überzeugenden Innovationspotenziale der additiven Fertigung im Vergleich zu konventionellen Verfahren auf und rechnete vor, wie die time-to-market nachhaltig verkürzt werden kann. Er machte jedoch auch deutlich, wo sich der Einsatz dieser Technologie weder wirtschaftlich noch funktional lohnt. Eine genaue Analyse des Bedarfs und der Verwendung sei grundlegend. Keines der vorgestellten additiven Verfahren erfülle derzeit alle Anforderungen. Aktuell stellt 3-D-Druck ein ergänzendes Verfahren dar, so Mauri, dessen Potenziale bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.

„Fordern Sie die Kreativität Ihrer Konstrukteure. Integrieren Sie mehr Funktionen in Ihre Bauteile und denken Sie nicht an die Kosten“, so Johannes Mattheis, Geschäftsführer der Jomatik GmbH. Was in der Standardfertigung dem Einkäufer graue Haare bereite und der Kalkulation Tränen in die Augen triebe, sei für die additive Fertigung kein Problem. Durch den schichtweisen Aufbau und ein den neuen Möglichkeiten angepasstes Denken bei der Konstruktion sei mehr Funktion nicht unweigerlich mit Mehrkosten verbunden. Ganz neue komplexe Geometrien und Produktfunktionalitäten können ihren Beitrag zu mehr Ressourceneffizienz leisten. Und die Reststoffe in Kunststoff-Laser-Verfahren ließen sich problemlos im Kunststoffspritzguss zu hochwertigen Produkten verarbeiten.

Eberhard Lutz, Bereichsleiter Freeformer bei der Arburg GmbH, präsentierte wie ein Spritzgussanlagenhersteller additive Fertigungsverfahren um- und einsetzt. Die Vorteile liegen für Lutz klar auf der Hand. Geht es um die Verwendung von Originalmaterialien, die schnelle Produktion, die individuelle Produktion mit Serienteilen, die kombinierte Verarbeitung mehrerer Materialien oder die Gewichtseinsparung, böte der Freeformer eindeutig Vorteile. Insbesondere bei Kleinserien ist dieser Ansatz gegenüber konventionellen Verfahren bereits jetzt wettbewerbsfähig, da nicht zunächst Werkzeuge hergestellt werden müssten.

Udo Eckloff präsentierte am Ende der Veranstaltung das neue Plastics InnoCentre des in Horb ansässigen Netzwerks Innonet. Innonet ist eines der zentralen Netzwerke der Kunststoffbranche im Land und bietet seinen Netzwerkunternehmen seit vielen Jahren Raum für den fachlichen Austausch und die Initiierung gemeinsamer Projekte.

 

Das Thema Ressourceneffizienz in der Kunststoffbearbeitung zieht sich dieses Jahr durch die Arbeit von Umwelttechnik BW. Zum Abschluss lädt Umwelttechnik BW am 8. November 2017 zu einem Forum Umwelttechnik ein, bei dem eine große Zahl spezifischer Fachthemen in kurzen Pitches präsentiert wird.

Autor

Volker Diffenhard

Quelle

UTBW

Ansprechpartner

Volker Diffenhard

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Teamleiter Ressourceneffizienz
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