15.02.2018

10 % sind immer drin: Energie- und Materialströme monetär bewerten – MFCA-Schulung in Sindelfingen

Am 31. Januar erfuhren elf Teilnehmer im Rahmen einer Schulung zur Materialflusskostenrechung (MFCA) in Sindelfingen, wie sich Energie- und Materialströme identifizieren und monetär bewerten lassen. An zwei Schulungstagen wurden die methodischen und theoretischen Grundlagen für eine Materialflusskostenrechnung gelegt und die praxisnahe Anwendung anhand von verschiedenen Beispielen geübt. Die Schulung mit der Software bw!MFCA stellt das dritte und derzeit abschließende Modul der Schulungsreihe Ressourceneffizienz von Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg dar.

Während der zweitägigen Schulung erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die Norm zur Materialflusskostenrechnung DIN EN ISO 14051 und erfuhren, wie Mengen- und Kostendaten erhoben werden können. Mithilfe der Software bw!MFCA wurde ein erstes anschauliches Übungsmodell erstellt. Anhand der Produktion einer Lasagne konnten die Teilnehmer beispielhaft Daten analysieren und eine Materialflusskostenrechnung durchführen. Dabei wird die Lasagne als Produkt aus verschiedenen Rohstoffen, also den Zutaten wie Nudelplatten, Hackfleisch, Tomaten usw. hergestellt. Die Rohstoffe müssen jedoch zuerst zu Zwischenprodukten in Form von Bolognesesauce und Bechamelsauce verarbeitet werden, bevor sie dann zum Endprodukt zusammengefügt werden. Dabei wurden auch verschiedene Szenarios betrachtet. In einem Fall musste beispielsweise für einige Kinder ein zweites Produkt – Spaghetti Bolognese – hergestellt werden, da diese keine Lasagne essen möchten, es musste also eine Produktvariante produziert werden. In einem anderen Fall wurden zudem die Entsorgungskosten für übriggebliebene Lasagne betrachtet. Diese anschaulichen Beispiele ermöglichten den Teilnehmern viele in der Praxis aufkommende Problemstellungen und deren Lösungen ausführlich zu thematisieren. Das lebensnahe Beispiel stellte sicher, dass sich alle Teilnehmer in die Thematik vertiefen konnten, ohne dass spezifische technologische oder prozessbezogene Kenntnisse für eine erfolgreiche Beteiligung am Kurs notwendig waren. Ein weiterer Aspekt war die Berechnung des Carbon Footprint anhand des Praxisbeispiels Lasagne.

Alle Schulungsteilnehmer hatten die kostenlose Software auf ihren Rechnern installiert. So ließ sich das Gelernte sofort umsetzen und konnten Fragen sowie Unklarheiten unmittelbar geklärt werden. Hinweise zur praktischen Umsetzung, was das Vorgehen und die Datenerhebung im Betrieb und das ideale Projektteam für eine Materialflusskostenanalyse angeht, rundeten den zweiten Schulungstag ab.

Einige der Schulungsteilnehmer erklärten in der Feedbackrunde, dass sie konkrete Projekte in ihrem Arbeitsalltag mithilfe der Software umsetzen beziehungsweise sie zur Erweiterung ihres Beratungsportfolios nutzen werden.

Das Land Baden-Württemberg stellt die bw!MFCA Software Unternehmern in Baden-Württemberg kostenlos zur Verfügung. Wenden Sie sich bei Interesse an der Software oder den Schulungen zu Ressourceneffizienz gerne an Jürgen Römhild.

Autor

Larissa Talmon-Gros

Quelle

UTBW

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