Deutschland

Industrie: Vermeidung von klimarelevanten Emissionen

Der Sektor Industrie war im Jahr 2017 mit 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten der zweitgrößte Treibhausgas­emittent in Deutschland. Er hat einen Anteil von rund 20 % an den Treibhausgasemissionen in Deutschland. Etwa 38 % der Industrieemissionen sind nicht auf die Nutzung von Energie, sondern direkt auf Produktionsprozesse in der Grundstoffindustrie zurückzuführen, beispielsweise bei der Eisen- und Stahlherstellung, bei der Kalk- und Zementherstellung oder auch in der Grundstoffchemie.

Diese Fördermaßnahme trägt zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050, der Hightech-Strategie 2025 und des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA3)“ der Bundesregierung bei.

Was wird gefördert?

Vermeidung von klimarelevanten Prozessemissionen in der Industrie (KlimPro-Industrie)

Ziel dieser Förderrichtlinie ist es, die deutsche Grundstoffindustrie zu befähigen, treibhausgasvermeidende Prozesse zu entwickeln und in die Praxis zu überführen. Hierzu sollen neue Technologien entwickelt und exemplarisch angewendet werden, die möglichst zur direkten Vermeidung von Treibhausgasen in der Industrie beitragen.

Zuwendungszweck dieser Förderrichtlinie ist:

  • die Stärkung der Innovationskraft der deutschen Grundstoffindustrie,
  • die Entwicklung neuer treibhausgasvermeidenden Technologien, Verfahren und Verfahrenskombinationen,
  • die Überprüfung der Umsetzbarkeit neuer Technologien für eine wirtschaftliche Nutzung und Verwertung,
  • die Qualifizierung neuer Ansätze und Technologien für industriegetriebene Anschlussprojekte und Umsetzungsmaßnahmen.

Es werden industrielle FuE-Vorhaben, die eine ausreichende Innovationshöhe aufweisen, risikoreich sind und ohne Förderung nicht durchgeführt werden könnten. Die Vorhaben können bis Technology Readiness Level TRL 5 (Demonstrations- bzw. Technikumsanlagen) gefördert werden.

Wer kann mitmachen?

  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (die Antragstellung durch KMU wird ausdrücklich begrüßt)
  • Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
  • Einrichtungen der Kommunen und Länder, Verbände und weitere gesellschaftliche Organisationen (wie z. B. Stiftungen und Vereine)

Voraussetzungen für die Förderung

Es ist eine Zusammenarbeit von mehreren unabhängigen Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Einrichtungen im Rahmen gemeinsamer FuE-Vorhaben als Verbundprojekte notwendig.

Verfahren

Das Antragsverfahren ist zweistufig:

  1. Projektskizze bis zum 16. Dezember 2019 bzw. 15. Dezember 2020
  2. förmlicher Förderantrag

Es ist ein Projektträger eingeschaltet. Die Projektlaufzeit sollte nicht länger als 4 Jahre sein.

Art und Form der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt (nach AGVO).

Förderhöhe:

  • 100 % der Kosten für die Forschung an Hochschulen
  • 50 % der Kosten für industrielle Forschung

Ansprechpartner

Fördergeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Stichtage

16.12.2019
15.12.2020